In der nächsten Zeit möchte ich euch auch Fachwissen vermitteln und näherbringen. Ihr sollt meine Lernerfahrungen sehen und euch damit vergleichen können, und ihr sollt sehen, was die Lerninhalte sind und wie sie aufgebaut sind. Dazu gehört als Erstes, wie in der Schule überhaupt gelernt wird.
Mein erster Eindruck
In der Schule sah das am Anfang ungefähr so aus: Ihr werdet Pflegefachkraft, hier ist der Stoff, und lernt selbst. Das kam bei mir alles durchgewürfelt an. Ich habe auch gesehen, dass viele in der Klasse damit nicht zurechtgekommen sind.
Ich fand es trotzdem sehr gut, denn ich möchte behaupten, dass ich das Konzept der Schule schnell durchschaut habe. Ich probiere es mal in meinen eigenen Worten zu erklären.
Das Konzept in meinen Worten
Fast jedes Thema läuft nach demselben Muster ab. Alles ist auf Fallbeispielen aufgebaut. Ein Fallbeispiel ist eine kurze Geschichte aus dem Pflegealltag, zum Beispiel aus einem Seniorenheim oder aus dem Krankenhaus, an der wir ein Thema lernen.
- Wir sprechen ein Thema durch, und es gibt ein Fallbeispiel dazu.
- Wir lesen das selbst durch.
- Wir bearbeiten Aufgaben dazu.
- Wir besprechen es gemeinsam. Wer es nicht verstanden hat, bei dem gehen wir tiefer in die Thematik. Wenn alle es verstanden haben, ist gut.
Das passiert immer und bei fast jedem Thema. Man bringt sich also zuerst selbst etwas bei, und danach sprechen wir darüber.
Warum ich das gut finde
Auch in den Praxiseinsätzen musst du selbst viel nachdenken. Wenn du Interesse hast, bringst du dir schon viele Sachen selbst bei, und das wird gerne gesehen. Mir macht genau dieses Konzept Spaß.
Das ist meine Meinung, und die muss nicht jeder so sehen. Aber wer schon länger in der Pflege arbeitet, wird mir vermutlich zustimmen: Du musst dir einfach viele Sachen selbst aneignen. Oft kannst du niemanden fragen, sondern musst die Lösung selbst suchen. Ich finde, das ist eine sehr gute Vorbereitung auf die Zeit als Pflegefachkraft nach der Ausbildung.
Neues lernen und reflektieren
In der Praxis habe ich viele gesehen, die kein Interesse haben, Neues zu lernen, und denen es auch schwerfällt, sich neue Methoden beizubringen. Dann kommen Aussagen wie: „Das habe ich so gelernt, das mache ich schon immer so, und das belasse ich auch so.“ Das ist meine Beobachtung und keine Statistik.
Die neue Generation ist da ein bisschen fixer unterwegs, auch mit KI. Ich meine damit nicht, dass man alles mit KI macht. Aber man kann viel in seinen Abläufen optimieren. Wenn man sich dazu immer wieder selbst reflektiert, kann man neue Lösungen und Wege entwickeln, um sich zu verbessern, zum Beispiel bei organisatorischen Aufgaben, bei der Tagesstruktur und im Umgang mit schwierigen Situationen.
Ich reflektiere mich in der Ausbildung täglich, und das ist mir wichtig. Anfangs ist das gar nicht so einfach. Deshalb schreibe ich dazu noch einen eigenen Beitrag, wie man sich reflektieren sollte. Das wird ein neuer Abschnitt auf diesem Blog.
Wie läuft das bei dir in der Schule? Schreib mir gerne eine Mail an vollmer.steffen@icloud.com mit dem Betreff Pflegelaborblog. Ich bin gespannt, ob du es ähnlich erlebst.